Was ist Biodynamische Craniosacral-Therapie?

Craniosacral-Therapie

Eine Beschreibung des Biodynamischen Modells

Um die vorletzte Jahrhundertwende herum entdeckte Dr. William Garner Sutherland, ein Amerikanischer Osteopath, das Primäre Respirationssystem. Durch seine Studien der Schädelnähte (die Gelenke der einzelnen Schädelknochen untereinander) kam er nicht darum herum zu erkennen, dass diese für Bewegung gemacht zu sein scheinen, auch wenn die konventionelle Anatomie behauptete, das sich der erwachsene Schädel nicht mehr bewegt. Auch die konventionelle Physiologie konnte keine Bewegungen feststellen, welche die Nähte auf diese Weise in Bewegung setzen würde. Weitere Nachforschungen ergaben, dass unter den offensichtlicheren Körperrhythmen wie die Atmung, die Verdauungsbewegungen und der Herzschlag, eine viel subtilere Pulsation besteht. Dieser Puls wird durch bestimmte Strukturen und Prozesse ausgedrückt als das Kernstück unseres Seins, und er ist eine eigene unabhängige Bewegung.

Biologisch besteht das Primäre Respiarationssystem aus dem strukturellen lebendigen Wasser, welches mehr als 70% des erwachsenen Körpers und fast 98% eines Embryos ausmacht. Das Primäre Respirationssystem scheint hauptsächlich als ein ordnendes und selbstregulierendes Prinzip im Körper zu arbeiten, und unterstreicht damit sämtliche anderen Systeme im Körper. Einschränkungen, entweder im Primären Respirationssystem selbst oder anderweitig im Körper, stören die Eigenbewegung der Flüssigkeits- und Gezeitenbewegungen und schränken somit unser Wohlbefinden ein und führen eventuell zu Erkrankungen. Dr. Sutherland sah im Primären Respirationssystem unsere fundamentale Lebenskraft enthalten, welche er die Potenz oder den "Lebensatem" nannte. Die Fluktuationen in den Flüssigkeiten im und um das Gehirn und die Wirbelsäule herum nehmen die Potenz des Lebensatems in sich auf und senden sie in den gesamten Körper durch eine Art respiratorischer Bewegung. Somit präsentiert das Primäre Respirationssystem eine Brücke zwischen konventioneller Anatomie und Physiologie und dieser offensichtlichen Intelligenz. Normalerweise sind wir uns der Bewegung der Primären Respiration nicht bewusst, da sie sehr subtil ist, aber während einer Behandlung werden sich KlientInnen manchmal zum ersten Mal ihrer bewusst, indem sie immer entspannter und ruhiger werden.

Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass Craniosacral-TherapeutInnen nur mit dem Kopf arbeiten. Viel mehr beinhaltet eine Behandlung die Arbeit mit dem gesamten Körper. Durch das Auffinden von Störungen in den unterschiedlichen Bewegungen des Primären Respirationssystems entsteht für den/die ausgebildete TherapeutIn ein Bild der darunter liegenden Traumamustern und er/sie kann eine therapeutische Lösung einleiten. Dies alles geschieht durch sehr sanfte Berührungen, durch die der Körper weniger manipuliert oder massiert wird, als dass er eingeladen wird, die innewohnende Gesundheit in den Flüssigkeiten auszudrücken.

TherapeutInnen erkennen und reflektieren die Restriktionsmuster des/r KlientInnen mit ihren Herzen und Händen. Das ist eher so wie, wenn ein Berater die Aufmerksamkeit seiner KlientInnen auf ihre Verhaltens- und emotionalen Muster richtet durch verbale Reflektion. Der Prozess der Transformation dieser Muster kann durch Körperempfindungen, Gefühle und Emotionen begleitet werden. Der Tonus der Empfindungen, die mit dem ursprünglichen Trauma oder Verletzung verbunden sind, wird in den Flüssigkeiten gehalten. Die Flüssigkeiten können sich spontan dekomprimieren oder dekompensieren, wenn der Stress im Körper und seinen physiologischen Systemen nachlässt. Dadurch fühlen sich die kinetischen und emotionalen Energien des Erlebnisses, welche sich in den Flüssigkeiten festgesetzt haben, anerkannt und können sich im gesamten Körper transformieren, wenn sie in Stille von dem/der TherapeutIn gehalten werden. Wichtig ist das geschützte, sichere therapeutische Umfeld, damit der Lösungsprozess für das Nervensystem und den gesamten Körper nicht anstrengend wird. Biodynamische Craniosacral-Therapie ermuntert den Körper/Geist, seine eigene Geschichte durch die Flüssigkeiten mitzuteilen, viel eher als das Fokussieren auf ein momentanes Symptom, welches durch einen feststehenden Behandlungsablauf behandelt wird.

Die Biodynamische Craniosacral-Therapie mit ihren Wurzeln in der Osteopathie hat sich in den letzten ca. 20 Jahren in eine eigenständige Behandlungsrichtung entwickelt. Der Hauptaugenmerk hat sich in dieser Zeit vom reinen Korrigieren struktureller Probleme hin zu einer umfassenden energetischen, spirituellen und emotionalen Dimension der Körperarbeit entwickelt, wodurch die Biodynamische Craniosacral-Therapie eine wichtige Rolle in dem neuen Paradigma der sich entwickelnden Körper-Geist-Medizin erhält. Durch die Anwendung der Biodynamischen Craniosacral-Therapie können wir die Entstehungsprobleme von gesundheitlichen Problemen auf eine andere Art und Weise als die konventionelle Medizin angehen. Wir können die lebendigen Flüssigkeitsprozesse direkt ansprechen und durch das Respektieren ihrer Weisheit auf ihre Antworten hören und den Ausdruck der innewohnenden Gesundheit vollständiger erkennen.

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Dies ist ein Artikel aus “Listening to the Living Process” (2000) von Matthew Appleton, ein Craniosacral-Therapeut aus England. Der Artikel wurde von Michael J. Shea, PhD editiert.

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