Was ist der Unterschied zwischen dem biomechanischen und dem biodynamischen Ansatz der Craniosacral-Therapie?

Biomechanischer Ansatz

Techniken werden direkt oder indirekt mit Kraft ausgeführt.

Der Fokus liegt auf den Bewegungen in Knochen, membranen und Zerebrospinalflüssigkeit.

“Mechanismus” wird als unbestimmter übergreifender Terminus genutzt.

CRI ist der primäre Ausdruck des Lebensatems.

Der CRI hat einen Rhythmus von 8-14 Zyklen pro Minute. Die langsameren Rhythmen werden nicht identifiziert. Der Grundrhythmus ist 1-3 Zyklen pro Minute; ein langsamerer Rhythmus wird speziell als Primäre Respiration identifiziert: 100 Sekunden Zyklen.

Die Wahrnehmung verläuft automatisch. Die Fertigkeiten werden nicht auf unterschiedliche Bewusstseinebenen abgestimmt.

Stress und Trauma werden an Knochen und Membranen festgemacht.

Stress und Trauma können auf unterschiedlichen Ebenen im System gehalten werden. Krankheit wird als systemische Fehlfunktion der gesamtemn Person angesehen.

Die Mittellinie oder die Wichtigkeit des Herzen werden nicht anerkannt.

Biodynamischer Ansatz

Die Fertigkeiten folgen den Bewegungen im Flüssigkeitssystem. Die transmutierende Fähigkeit der Gezeiten wird anerkannt. Die Gezeitenkräfte setzen sich direkt mit den Krankheitsmustern auseinander. Die Therapeutinnen arbeiten mit einem weiten Wahrnehmungsfeld.

Die Bewegung ist global: quantenmässig, transmutierend, metabolisch mit den Gezeiten oder ihrem Fulcrum als Quelle - die Dynamische Stille.

“Mechanismus” wird als Beziehungssystem definiert (z.B. Lebensatem, Flüssigkeitdrive, Gezeitenkräfte, verschiedene Rhythmen, usw.). Worte haben sensible Grundlagen, die klar ausgedrückt werden.

Der CRI ist kein Ausdruck des Lebensatems noch ist er eine therapeutische Kraft.

Die Wahrnehmung von Stille und Langsamkeit ist ein bewusster, achtsamer Akt, welcher Übung bedarf und eine Momentaufnahme ist. Es geschieht nichts automatisch.

Stress und Trauma hinterlässt einen einzigartigen Eindruck im Flüssigkeitsfeld des Körpers. Krankheit wird als systemische Fehlfunktion der gesamten Person angesehen.

Der Behandlungsbeginn ist variabel. Die Probleme werden nicht automatisch korrigiert. Der Behandlungsablauf folgt keinem Konzept. Prioritäten entstehen durch die Gezeit der Primären Respiration.

Die Mittellinie und das Herz bilden eine Priorität im therapeutischen Konzept.

Referenzen

Auszüge aus The Biodynamic Model of Osteopathy in the Cranial Field by John McPartland, DO, und Evelyn Skinner, DO, in EXPLORE, Januar 2005
(1, 1). S. 21-32